Wolfgang Hollegha, Grüne Astgabel, <br>Öl/Leinwand, 135 x 140 cm, 2009<br>
Wolfgang Hollegha, Grüne Astgabel,
Öl/Leinwand, 135 x 140 cm, 2009
ARTCOLLECTION

Mit 1700 Werken zeitgenössischer Malerei und Graphik von etwa 270 österreichischen Künstlern zählt die ARTCOLLECTION der STRABAG zu den bedeutendsten österreichischen Kunstsammlungen. Ab 2009 wurde aufgrund der Internationalsisierung des Strabag Artaward die Sammlung mit Werken internationaler Künstler sowie einigen Skulpturen ergänzt. 

Die Konfrontation mit Kunst am Arbeitsplatz eröffnet neue Sichtweisen, Werte und Emotionen und trägt zu lebendigem Austausch bei. Diese gedankliche Öffnung spiegelt sich auch in der Transparenz der Konzernarchitektur wieder. Die Arbeiten sind an verschiedenen Firmenstandorten mit Schwerpunkt Spittal/Drau und dem Strabag Haus in Wien zu sehen.

Die ARTCOLLECTION ist eine ständig wachsende, wandlungsfähige und wandernde Sammlung, die wechselnde Standorte  und Werke von Künstlern aller Generationen miteinschließt. Die Identifikation der Mitarbeiter mit „ihren“ Bildern aber auch positive Kritik trägt zu einer inspirierten Atmosphäre und gesteigerter Aufmerksamkeit auf das eigene Umfeld bei. Viele Mitarbeiter haben ihre Begeisterung für die Kunst gefunden und eine eigene kleine Sammlung begonnen. Das Kunstforum Team unterstützt sie dabei mit Rat und Tat.

Wir zeigen auf dieser Seite eine kleine, wechselnde Auswahl von Werken der Strabag Artcollection. 



> Künstlerliste
Anselm Glück, Entwicklung (Komprimiert) am Strand von Raversijde,<br>Acryl/Leinwand, 100 x 150 cm, 2009<br>
Anselm Glück, Entwicklung (Komprimiert) am Strand von Raversijde,
Acryl/Leinwand, 100 x 150 cm, 2009

Pioniere und Außenseiter der modernen Klassik, Maler des österreichischen Informel, renommierte Maler der 80er und 90er Jahre sowie junge Talente- vorwiegend Preisträger des Art Award- sind in der ART COLLECTION vereint. Wert wird besonders auf Sammlungsschwerpunkte gelegt, die laufend ergänzt werden. In den Liftatrien des Strabag Hauses kann man drei wichtige Skulpturen Alfred Hrdlickas sehen; auf der Plaza vor dem Gebäude drei zur Sammlung gehörige Güsse von Bruno Gironcoli.

Der Sammlungsaufbau vollzieht sich nach qualitativen Merkmalen innerhalb künstlerischer Spannungsfelder und nicht nach chronologischer Vollständigkeit. Engagement, Idealismus, künstlerischer Spürsinn, hoher Qualitätsanspruch und der persönliche Kontakt zu den Künstlern sind Voraussetzung für den Sammlungsaufbau, der das große künstlerische Potenzial Österreichs und der Nachbarländer widerspiegelt.

Siggi Hofer, Stadt IV (der Knall), Aquarell und Tuschestift/Papier, <br>152 x 152 cm, 2005<br>
Siggi Hofer, Stadt IV (der Knall), Aquarell und Tuschestift/Papier,
152 x 152 cm, 2005

SIGGI HOFER

hat die Jury des Art Award 2006 mit seiner eigenständigen, pointierten Position überzeugt und wurde Preisträger.

Ausgesprochen eigenwillig bringt der gebürtige Südtiroler Jahrgang 1970 seine Vorstellungen von architektonischer Flächennutzung aufs Papier. Hochhauskomplexe, Wohnsiedlungen und Industriebauten erheben sich auf stark ausgesetzten Freiarealen extrem zerklüfteter Gegenden. Autobahnen, Brücken und Flüsse schaffen dabei nicht immer die Verbindung von einem Knotenpunkt zum anderen, brechen mitunter ab, münden in die Tiefen klaffender Schluchten. Aus der Vogelperspektive und in obsessiver Detailgenauigkeit entwirft Hofer seine skurril-utopischen Konzepte von Raumeroberung. Textblöcke, die "Ende", "King Kong" oder "Knall" schreien, schiebt er als kompositorische Brüche ein und legt damit das narrative Potenzial seiner Arbeiten offen. Manisha Jothady



> Galerie Meyer Kainer
Nikolaus Moser, o.T., Öl/Leinwand, 200 x 260 cm, 2008<br><br>
Nikolaus Moser, o.T., Öl/Leinwand, 200 x 260 cm, 2008

NIKOLAUS MOSER

Nikolaus Mosers abstrakte und landschaftliche Arbeiten sind in erster Linie in ihrer plastischen Farbwirkung beeindruckend. Der 1956 in Spittal an der Drau geborene Künstler, der bei so unterschiedlichen Persönlichkeiten wie Carl Unger und Adolf Frohner studierte, ist eng mit dem Strabag Kunstforum verbunden. 
Bei seinen Einblicken in die Natur (Wald, Wiese, Sonne und Meer) stehen Farbigkeit und Licht an erster Stelle. 
 
Moser setzt Pinsel und Spachtel wie ein pflügendes Schiff in farbige Maläcker und immer wieder werden auch neue gegenständliche Assoziationen freigesetzt.
Christian Ludwig Attersee



> Galerie Hilger
Herbert Brandl, o.T., 120 x 90 cm<br>Öl/Leinwand, 2009<br>
Herbert Brandl, o.T., 120 x 90 cm
Öl/Leinwand, 2009

HERBERT BRANDL

Bekannt wurde Herbert Brandl (geb. 1959 in Graz) 1986 durch die Ausstellung "Hacken im Eis" im Museum des 20. Jahrhunderts in Wien, gemeinsam mit Damisch, Danner und Scheibl als ein Vertreter der "Neuen Malerei". 2007 zeigt Brandl auf der 52. Biennale von Venedig im österreichischen Pavillon dreizehn neue Gemälden. Im Zentrum seiner teils gegenständlichen teils abstrakten Arbeiten steht immer die Farbe als solche.



> Galerie Thoman > Galerie nächst St. Stephan
Stefan Wykydal, o.T., Acryl/Papier, 70x100 cm, 2005<br><br>
Stefan Wykydal, o.T., Acryl/Papier, 70x100 cm, 2005

STEFAN WYKYDAL

Durch den Rekurs auf bereits vorgefertigte Bilderwelten, auf den unerschöpflichen Fundus der Massenmedien bzw. auf eigens erzeugte Fotografien riskiert Wykydal (Preisträger des Art Award 2005) den Autonomiestatus seiner Malerei nicht - im Gegenteil: Seine malerischen Interventionen kommentieren diese ephemere Form von Realität und schaffen im selben Zug eine neue, bildliche Realität, die zwischen figurativer Narration und abstrakter Selbstbezüglichkeit changiert.
Mit einem untrüglichen Gespür für das Besondere im Alltäglichen hat sich Stefan Wykydal kulturelle Markierungen des Wiener Stadtbildes angeeignet, die längst nicht mehr wie fremde Setzungen im öffentlichen Raum wirken, sondern im Laufe der Zeit ihrem alltäglichen Umfeld restlos einverleibt wurden: Skulpturen im Kontext des Sozialen Wohnbaus der 1950er Jahre, bemalte Schulfassaden, der Behübschungsversuch eines Trafo-Gebäudes durch eine Klimt-Reproduktion, Embleme der globalisierten Massenkultur...
Heike Eipeldauer, Kuratorin des BA-CA Kunstforum Wien

> Galerie Schmidt

Daryoush Asgar, Hektor, Öl/Molino, 200x 300 cm, 2005<br><br>
Daryoush Asgar, Hektor, Öl/Molino, 200x 300 cm, 2005

DARYOUSH ASGAR

Der 1975 in Teheran geborene Künstler Daroush Asgar studierte von 1996 bis 2000 an der Akademie der bildenden Künste in Wien. 2002 wurde er Preisträger des Strabag Art Award.Seine großformatigen Arbeiten zeigen den Zeitgeist wiederspiegelnde Porträts junger Menschen. Erfolgreich arbeitet der junge Künstler in Wien und Berlin (siehe auch ART LOUNGE, Eröffnungsausstellung).



> Asgar/Gabriel
Bertram Hasenauer, you even can´t remember <br>where it was, Acryl/Holz, 65,5 x 51 cm, 2003<br>
Bertram Hasenauer, you even can´t remember
where it was, Acryl/Holz, 65,5 x 51 cm, 2003

BERTRAM HASENAUER

In seinen Portraits bietet Bertram Hasenauer (geb. 1970, Saalfelden, lebt und arbeitet in Berlin) fein differenzierte Blicke auf das Wesen der dargestellten jungen Menschen. Als Ausgangsmaterial verwendet er Bilder aus Zeitschriften und Magazinen, die er solange bearbeitet, bis er zur Essenz des jeweiligen Typus vordringt. Es handelt sich um Darstellungen konzentrierter Wirklichkeit, die durch das Zwischenmedium der (Werbe-) Fotografie auf vorformulierte, kunsthistorische Posen zurückgreifen.



> Bertram Hasenauer
Arnulf Rainer, Canarie, Ölkreide, <br>Mischtechnik auf Papier,41,7 x 29,5 cm, 2002<br>
Arnulf Rainer, Canarie, Ölkreide,
Mischtechnik auf Papier,41,7 x 29,5 cm, 2002

ARNULF RAINER

Der österreichische Maler und Zeichner Arnulf Rainer (geb 1929 in Baden, lebt und arbeitet in Oberösterreich) ist für seine gestischen Übermalungen von Totenmasken, Körpern und Landschaften bekannt. Er gilt neben Hermann Nitsch und Franz West als international bekanntester Künstler Österreichs. Anfangs beeinflusst durch den Phantastischen Realismus, begann er 1953 mit Übermalungen von Abbildungen des eigenen Körpers als Nachspüren der eigenen Körpersprache. Rainers progressives Werk ist geprägt durch die Suche nach neuen künstlerischen Ausdrucksformen und durch das Erforschen von Grenzbereichen.



> Arnulf Rainer Museum
Hermann Nitsch, Schüttbild 4 aus dem 9 teiligen Werk<br>Acryl/Leinwand, 200 x 300 cm, 2005<br>
Hermann Nitsch, Schüttbild 4 aus dem 9 teiligen Werk
Acryl/Leinwand, 200 x 300 cm, 2005

HERMANN NITSCH

Der 1938 in Wien geborene Hermann Nitsch gilt als der wichtigste Initiator des Wiener Aktionismus. Diesen vertritt Nitsch, im Gegensatz zu den anderen Aktionisten Brus, Mühl und Schwarzkogler, der 1969 verstarb, auch heute noch. Zunächst jedoch beschäftigte sich Nitsch in den späten 50er und frühen 60er Jahren, angeregt durch den Tachismus und den abstrakten Expressionismus, mit der Malerei. Ursprünglich kam Nitsch von der Graphik, da er die graphische Lehr- und Versuchsanstalt in Wien absolviert hat. Neben seiner Malerei veranstaltete er aber ab 1960 auch erste "theatralische Malaktionen", zum Teil gemeinsam mit Otto Mühl und Adolf Frohner. Bis in die 80er Jahre widmete sich Nitsch dann ausschließlich der Verwirklichung seiner Idee des Orgien-Mysterien-Theater, erst Mitte des letzten Jahrzehnts begann er wieder mit der Fertigung autonomer Malerei. Nitsch war 1971 und 1973 Gastdozent an der Kunstakademie und an der Hochschule für bildende Kunst in Frankfurt, wo er auch als Professor von 1989-95 tätig war. In zahlreichen wichtigen Ausstellungen, zum Beispiel mehrfach auf der "documenta" in Kassel, wurde das Werk von Hermann Nitsch einem größeren Publikum präsentiert.



> Hermann Nitsch > Hermann Nitsch Museum
Zoran Music, Femmes dalmates,  Lithographie,  34 x 47 cm,1953<br><br>
Zoran Music, Femmes dalmates, Lithographie, 34 x 47 cm,1953

ZORAN MUSIC


Music wurde 1909 in Görz geboren, er lebte und arbeitete in Paris und Venedig, wo er 2005 verstarb.
Den Ausgangspunkt für den malerischen Neubeginn des Malers Zoran Music nach seiner Internierung in Dachau bildet die Beschäftigung mit den dalmatinischen Landschaften seiner Kindheit. Die Auseinandersetzung mit seiner Umgebung, den italienischen Landschaften, ist der nächste Schritt. Von byzantinischen Mosaiken und Ikonen wird Music stilistisch stark beeinflusst. Der Künstler arbeitet in den fünfziger Jahren auch in Paris, wo die "lyrische Abstraktion", das französische Informel, weitgehend das Kunstleben bestimmt. Music behält jedoch auch sein Atelier in Venedig und stellt 1956 und 1960 wiederholt auf der Biennale aus. Die organischen Motive Musics werden in den sechziger Jahren abstrakter, die Bildkomposition löst sich von den Gesetzen der tiefenräumlichen Darstellung.

Manfred Hebenstreit, Vor-Fall, Öl/Leinwand, <br>170 x 130 cm, 1990<br>
Manfred Hebenstreit, Vor-Fall, Öl/Leinwand,
170 x 130 cm, 1990

MANFRED HEBENSTREIT

Manfred Hebenstreit (geboren 1957 in Altheim OÖ, lebt und arbeitet seit 1995 in Peuerbach, OÖ) gilt  als einer der bedeutendsten zeitgenössischen oberösterreichischen Maler, die die Kunst der 90er Jahre entscheidend prägten.
Hebenstreit entwickelte eine unverkennbare Bildsprache, die seinen gestischen Formen bisweilen einen beschwörenden Charakter verleiht. Sie ist nervöse Reaktion auf die Atmosphäre des Ortes und der umgebenden Objekte. Will der Blick die gegenständliche Szenerie isolieren, so verbirgt sich das Erscheinende sogleich hinter der turbulenten Bewegung der Form; will er aber auf das Ästhetische und Psychografische gerichtet, einzig der Formbewegungen folgen, so sieht allenthalben die verborgene Erscheinung hervor. Seine Bilder entfalten Aspekte des Ungesteuerten, des Ungewissen, der Korrektur. Entwürfe einer Welt, in der Zufall und Ordnung niemals in reiner Gestalt auftreten. Die Inspiration kommt aus realen Anlässen, aus der Linie einer Landschaft, aus der Art ihres Bewuchses, Licht und Temperatur, aus der Beziehung von Menschen zueinander und aus dem eigenen Körpergefühl; aus allem, wozu sich Hebenstreit mit der Welt in Beziehung setzt.



> Manfred Hebenstreit
Günter Brus, Das Bewußtsein nebelt im Trüben, <br>Farbkreidezeichnung/Papier, 42 x 30 cm, 1982<br>
Günter Brus, Das Bewußtsein nebelt im Trüben,
Farbkreidezeichnung/Papier, 42 x 30 cm, 1982

GÜNTER BRUS

Günter Brus (geb. 1938), ehemaliger Wiener Aktionist und Staatspreisträger gilt als einer der progressivsten und umstrittensten Künstler Österreichs. Auf Grund seiner "Körperanalyse" im Rahmen der Veranstaltung "Kunst und Revolution" an der Wiener Universität erklärte man Brus in den 60erJahren in einer Pressekampagne zum "meistgehaßten Österreicher". Inzwischen wird Brus als einer der herausragendsten und vielseitigsten Künstlerpersönlichkeiten des Landes geschätzt und gefeiert. Sowohl sein Beitrag zum österreichischen Aktionismus in den 60er Jahren wie auch seine seit den 70er Jahren enstandenen bildnerisch-literarischen Grenzüberschreitungen sind ein unauslöschlicher Bestandteil der österreichischen Kunstgeschichte.

Man merkt an seinen zeichnerischen Bild-Dichtungen, daß der körperliche Einsatz von Brus nicht auf seine Aktionskunst beschränkt geblieben ist.
Aus jeder vibrierenden Linie einer Zeichnung spricht eine aktionistische Arbeitsweise, die sich gegen eine funktionalistisch- rationalistische Verengung menschlichen Daseins wendet.
Johanna Schwanberg

> Galerie Heike Curtze

Valentin Oman, Torso, <br>Mischtechnik/Leinwand, 80 x 60 cm, 2003<br>
Valentin Oman, Torso,
Mischtechnik/Leinwand, 80 x 60 cm, 2003

VALENTIN OMAN

Valentin Omans (geb. 1935 in Kärnten, Studium an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien) Thematik kreist um das Menschenbild. Die dargestellten Figuren tauchen in fragmentarischer Form als Torsi, Köpfe oder stelenhafte Gebilde schemenhaft aus den Bildräumen auf oder heben sich silhouettenhaft vom neutralen Grund ab. Die Darstellungsmittel liegen zwischen Graphik, Schrift, Malerei und Skulptur. Collageartige Fragmente und Zeichen erinnern an die Vergänglichkeit des Menschen, die Bilder thematisieren die menschliche Existenz in der Spannung zwischen Vergangenheit und Zukunft.
Mag. Birgitta Kager



> Valentin Oman
Fritz Wotruba, Figuren, <br>Lithographie auf Papier, 76 x 63 cm cm<br>
Fritz Wotruba, Figuren,
Lithographie auf Papier, 76 x 63 cm cm

FRITZ WOTRUBA

Fritz Wotruba ( Wien 1907- 1975) gilt als einer der bedeutendsten österreichischen Bildhauer des 20. Jahrhunderts. In seinem grafischen und plastischen Werk löst er zunehmend die figürlichen Komponenten zugunsten geometrischer Abstraktion mit dem Kubus als Grundform auf (menschliche Kathedralen).

 



> Fritz Wotruba
Siegfried Anzinger, Erschaffung des Löwen, Mischtechnik/Papier, <br>30 x 41cm ,1998<br>
Siegfried Anzinger, Erschaffung des Löwen, Mischtechnik/Papier,
30 x 41cm ,1998

SIEGFRIED ANZINGER

Der  Künstler wurde 1953 in Weyer, Oberösterreich geboren und studierte von 1971 bis 1977 an der Akademie der bildenden Künste in Wien. 1982 übersiedelte Anzinger nach Köln. Die ersten bedeutenden Ausstellungen, an denen er teilnahm, waren 1982 die "documenta VII" in Kassel und die "Zeitgeist" - Ausstellung im selben Jahr in Berlin. Anzinger gilt als einer der Hauptvertreter der "Neuen Malerei", die sich in Österreich Anfang der 80er Jahre etablierte. Mitte der 80er Jahre nimmt Anzinger seine expressive gestisch Malweise, die charakteristisch für die "Neue Malerei" ist, zurück und widmet sich u.a. mythologischen Themen, Figuren und Tierdarstellungen. Anzinger, der heute in Wien und Köln lebt, gehört zu den international anerkanntesten österreichischen Künstlern der mittleren Generation.



> Galerie Krinzinger
Robert Schaberl, Zentralform, Acryl/Leinwand, 160 x 160 cm, 2003<br><br>
Robert Schaberl, Zentralform, Acryl/Leinwand, 160 x 160 cm, 2003

ROBERT SCHABERL

Die strenge Reduzierung in diesen Arbeiten eröffnet neue Zugänge zur visuellen Auseinandersetzung mit Malerei. Robert Schaberls (1961 in Feldbach geboren,
1979-85 Studium an der Hochschule Mozarteum bei Prof. Prandstetter, lebt und arbeitet in Wien) Arbeiten dienen nicht einem symbolischen oder repräsentativen Zweck, verweisen nicht auf Äußeres, sondern nur auf die im Bild selbst liegenden visuellen Werte (Qualitäten). Die Sprache (das Materielle) in diesen Bildern ist streng verdichtet um sich völlig auf die eigentliche Substanz auszurichten, die Tonalität und Sättigung von Farbe, deren Modulationen durch die Einwirkung von Licht erst Leben gewinnen kann.
Die Zentralformen festigen die Authentizität der Malerei, nicht in narrativer sondern in konnotativer Form; der Dialog über Wert, welcher in dieser Arbeit verkörpert ist, läßt eine Wechselbeziehung in anderen Diskursen zu.
Julien Robson



> Robert Schaberl
Sevda Chkoutova, aus der Serie 'Nackt', Bleistift auf Papier, 150x 150 cm, 2005<br><br>
Sevda Chkoutova, aus der Serie 'Nackt', Bleistift auf Papier, 150x 150 cm, 2005

SEVDA CHKOUTOVA

Die Genauigkeit, mit der Gesten und Blicke erfasst werden, sperrt sich gegen jeglichen Romantizismus, wohl aber lässt sie Raum für diskret-humorvolle und besonnene Annäherungen an das Sujet, das Wildheit, Witz und Ungestüm ebenso beinhaltet wie Angst und Beklemmung. Spiel vermengt sich mit purem Ernst, Realität mit Fiktion.
In virtuoser Materialbeherrschung zeugen Chkoutovas Bilder vom notwendigen Feingefühl gegenüber diesen vielfältigen Stimmungslagen. Die verstörende und zugleich anziehende Wirkung der Blätter resultiert nicht zuletzt aus der intensiven und reflektierten Auseinandersetzung mit dem Medium Zeichnung.
Sabine Mostegl, Basis Wien

In der Ausstellung 'Nackt' von Sevda Chkoutova (geboren 1978 in Sofia, Bulgarien, 1998-2002 Studium an der Akademie der bildenden Künste, Wien, Meisterklasse Sue Williams; Muntean/Rosenblum,lebt und arbeitet in Wien) in der Strabag Art Lounge 2006 war die große Bandbreite kindlicher Emotion von freudiger Erregung bis zu Zorn und Angst zu sehen.

 



> Sevda Chkoutova
Karl Unger, Seeufer am Attersee, Aquarell /Papier, 38 x 51 cm, 1989<br><br>
Karl Unger, Seeufer am Attersee, Aquarell /Papier, 38 x 51 cm, 1989

CARL UNGER

Der Künstler widmete sich in seinem malerischen Schaffen vor allem dem Motiv der Landschaft. Immer wieder variierte er Motive aus seiner unmittelbaren Umgebung, etwa die Donauauen, das Ufer des Attersees oder Motive seiner zahlreichen Reisen in Frankreich oder Griechenland. Daneben beschäftigte er sich auch mit dem Porträt und malte wiederholt Rektoren der Wiener Universitäten.
Ungers Oeuvre zeigt exemplarisch wie eine österreichische Künstlerpersönlichkeit unmittelbar nach 1945 auf internationale Kunstströmungen reagierte. Seine Mitgliedschaft im Wiener Art Club, seine wiederholten Reisen nach Rom und Paris, wo er unter anderem Ferdinand Léger und Ossip Zadkine traf, die frühe Teilnahme an den Biennalen von Venedig und schließlich seine Funktion als Kommissar für die Biennale in São Paulo ermöglichten ihm sehr früh die intensive Kontaktnahme mit Künstlerkollegen aus dem internationalen Umfeld. Ausgehend von der farbintensiven, pastosen Farbfleckenmalerei seines Lehrers Herbert Boeckl setzte Unger einen Brückenschlag zur Farbflächenmalerei von Henri Matisse, zu diversen kubistischen Strömungen bis hin zu einer am Informel orientierten gestischen, abstrahierenden Malweise. In der überwiegenden Zahl von Ungers Bildern bleibt jedoch das gegenständliche Motiv in abgewandelter Form sichtbar oder zumindest erahnbar.



> Carl Unger
Ernst Gradischnig, Auf der Insel Pag, Pastell/Japanpapier, 51 x 76 cm, 2004<br><br>
Ernst Gradischnig, Auf der Insel Pag, Pastell/Japanpapier, 51 x 76 cm, 2004

ERNST GRADISCHNIG

In locker und sensibel gemalten Impressionen hat der Kärntner Künstler (geboren 1949 in Wiendorf, arbeitet bei Moosburg) unterschiedliche Stimmungen, Jahreszeiten und Erlebnissituationen eingefangen. Unmittelbarkeit und Spontaneität im Aufnehmen und Umsetzen von Erlebtem sowie eine stark abstrahierende Formensprache bestimmen den Eindruck der Bilder. Im Zusammenspiel der Farben und der Darstellung von Lichtsituationen wird das Gefühl für Atmosphärisches und Nuanciertes deutlich.
Durch die Konzentration auf die wesentlichen Erscheinungsformen von Farbe, Licht und Naturelementen werden die Eigenarten einer Landschaft sowie das Kennzeichnende eines Moments festgehalten.Ernst Gradischnig hat sich in ständiger Auseinander-setzung mit der kunsthistorischen Tradition zu einem der maßgebenden Vertreter der gegenständlichen Malerei in Österreich entwickelt und nimmt darin einen konsequenten Standpunkt als Kolorist ein.
Mag. Birgitta Kager



> Ernst Gradischnig
Markus Prachensky, Oliena, Acryl/Leinwand, <br>130 x 106 cm, 1991<br>
Markus Prachensky, Oliena, Acryl/Leinwand,
130 x 106 cm, 1991

MARKUS PRACHENSKY

Die bis aufs äußerste gespannten, explosionsartigen gestischen Kürzel vermitteln dem Betrachter in ihrem scharfen Kontrast zur weiß oder schwarz grundierten Leinwand, die von allem Überflüssigen und Narrativen befreit ist, eine Erfahrung von fast schockhafter Präsenz. Der malerische Gestus scheint mit sicherem Gespür tektonische Schichtungen zu konstruieren und spontan, impulsiv zu sein-Spritz- und Tropfspuren, die Bewegung des Pinsels in der Farbe sind deutlich erkennbar.
Der 1932 in Innsbruck geborene Künstler studierte zunächst Architektur an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Nachdem Prachensky 1953 zusätzlich das Studium der Malerei aufgenommen hatte, traf er mit Hollegha, Mikl und Rainer zusammen, mit denen er in der Galerie Nächst Sankt Stephan ausstellte. Sabine Hörschläger



> Galerie Ulysses
Franz Grabmayr, Sandgrube, Öl/Leinwand, <br>92 x 116 cm,  2006<br>
Franz Grabmayr, Sandgrube, Öl/Leinwand,
92 x 116 cm, 2006

FRANZ GRABMAYR

Die Bilder Franz Grabmayrs (geb. 1927bei Obervellach, Kärnten, lebt in Wien) bestechen durch ihre aus der Tiefe leuchtenden Farben, die gleichsam reliefartig auf die Leinwand gespachtelt werden. Aus der Nähe betrachtet gemahnen sie an abstrakte Werke, ziehen den Betrachter Kraft ihrer drängenden Präsenz in den Bann des beschwingten Pinselduktus, dessen rhythmische Bewegung die Farbformationen zu bestimmen scheint. Aus größerer Entfernung jedoch erahnt man die Nähe zum jeweiligen Studienobjekt, Landschaften, Gesteinsformationen, die wogenden Linien von Feuer und Rauch oder die ekstatischen Bewegungen tanzender Menschen, durch deren Körper der Rhythmus der Musik fließt.
Michaela Pappernigg.

In der Strabag Art Collection befinden sich viele Landschaftsbilder, die sich durch expressiven Pinselduktus, pastosen Farbauftrag und leuchtenden Kolorismus auszeichnen sowie etliche gestische Tanzbblätter.

 



> Franz Grabmayr
Michela Ghisetti, Selbstporträt, <br>Hommage an Gerhard Richter -Betty<br>Buntstift auf Papier, 95 x 65 cm, 2008
Michela Ghisetti, Selbstporträt,
Hommage an Gerhard Richter -Betty
Buntstift auf Papier, 95 x 65 cm, 2008

MICHELA GHISETTI

Die ersten Blicke über die Arbeiten von Michela Ghisetti (geb. 1966 Bergamo/Italien)verraten, dass die Künstlerin ihre Seele vermutlich auf der Zunge trägt, wenn auch meine Vermutung mit der Nuance bedacht ist, dass sie sich nicht der Worte bedient, sondern der Bilder. Feminin aber nicht feministisch, offen und zugleich geheimnisvoll, spontan aber auch meditativ, autobiografisch aber auch archetypisch führt die Künstlerin einen Dialog mit der Welt, in der sie gleichsam als Empfängerin agiert und die Möglichkeit entwickelt hat, Aussagen über die Welt, in der Welt zu treffen. Nicht unberührt einer autobiografischen Notiz wirken die Malereien und Collagen in ihren formalen malerischen, grafischen wie psychologischen Dimensionen und dokumentieren in ihrer gewählten Sprache ein Zueinander in Resonanz stehender potentieller Wirklichkeiten, die über die Künstlerin sehr wohl bestimmt werden.

> Michela Ghisetti

Max Weiler, Blaue Blume, Lithographie, 50 x 65 cm, 1990<br><br>
Max Weiler, Blaue Blume, Lithographie, 50 x 65 cm, 1990

MAX WEILER

Max Weiler wurde 1910 in Hall in Tirol geboren und gilt als einer der Begründer der abstrakten Landschaftsmalerei in Österreich.

Es wurde sichtbar, dass er einen eigenen, einsamen Weg gegangen war, der sich mit den Koordinaten der österreichischen Kunst, auch mit den Ausprägungen der "Wiener Moderne" nicht verrechnen ließ. Eine derartige Bejahung der Natur, ein von keinem Zweifel zernagter Glaube an die Kraft und Zukunft der Malerei – wo gibt es dergleichen noch? Manch einem schien solch Zutrauen verdächtig und nicht an der Zeit.
Mit Weilers Spätwerk konfiguriert sich auch jener historische Prozess, der als ökologische Krise oder als "grünes" Bewusstsein mittlerweile die gesamte Öffentlichkeit erfasst hat. ...In welchem Umfang sich auch die Kunst der Moderne trotz oder wegen ihrer Artifizialität, auf eine Auseinandersetzung mit der Natur verwiesen sieht, das war Weiler seit seinen Anfängen deutlich gewesen. Sein Œuvre enthält neue und exemplarische Formen der Naturdarstellung, jenseits des gängigen Schemas der Landschaft.
Univ.-Prof. Dr. Gottfried Boehm



> Max Weiler
Peter Sengl, Peter the painter als Katzenschulterentertain(t)er, <br>Mischtechnik/Leinwand, 140 x 110 cm, 2001<br>
Peter Sengl, Peter the painter als Katzenschulterentertain(t)er,
Mischtechnik/Leinwand, 140 x 110 cm, 2001

PETER SENGL

Der in Wien lebende Künstler Peter Sengl studierte bei Sergius Pauser an der Akademie der bildenden Künste in Wien Malerei. Im Zentrum seiner Bilder steht der in Apparaturen gespannte, bedrängte und gequälte Mensch. Immer wieder nimmt er Bezug auf Personen und Motive der Kunstgeschichte. Auf dem Gemälde der Oesterreichischen Nationalbank posieren für ein Gruppenbild der besonderen Art 22 berühmte Österreicher(innen), die alle einst auf den Schillingbanknoten abgebildet waren.

Die Bildrealität ist nicht von einer linearen Erzählung bestimmt, sondern lebt vielmehr von Brüchen, Andeutungen und Mehrdeutigem, von der ganz spezifischen Verwendung von Menschen und Objekten, die in immer neuen Variationen zueinander in Beziehung treten. Die Titel der Werke Peter Sengls sind selbst kleine Erzählungen und erweitern den Deutungshorizont seiner Malerei; sie stellen aber eher Fragen, als dass sie die Rätsel der Kompositionen beantworten. "Die mehrschichtigen Bildtitel verweisen nicht nur auf die miteinander verschränkten sichtbaren Inhalte, sondern vielleicht auch auf das Verhältnis der Schichten zueinander." (Zaunschirm)



> Peter Sengl
Hans Staudacher, Spuren-Insel in blau, <br>Lithographie/Papier, Graphik, 70 x 50 cm, 1969<br>
Hans Staudacher, Spuren-Insel in blau,
Lithographie/Papier, Graphik, 70 x 50 cm, 1969

HANS STAUDACHER

Die Strabag Art Collection beinhaltet einen Schwerpunkt von 63 Werken (Aquarelle, Lithographien, Ölbilder und Mischtechniken) von Hans Staudacher. Die abstrakten Gemälde von Hans Staudacher, einem Hauptvertreter des österreichischen Informel, sind in einer gestisch graphischen Malweise ausgeführt. Schriftzeichen, Symbole, Notizen aber auch Kartons und Papiere bindet er collageartig ein.
1923 am 14. Jänner in St. Urban am Ossiacher See geboren, aufgewachsen in Villach, Autodidakt, Mitglied der Wiener Secession, des Forum Stadtpark in Graz und des Kärtner Kunstvereins, verbrachte er 1954-62 längere Aufenthalte in Paris und lebt seit 1950 in Wien.
„In den Arbeiten von Hans Staudacher verbindet sich das Lyrische Informel eines Wols, Hartung, Mathieu mit dem  Abstrakten Expressionismus vor allem mit jenem Jackson Pollocks zu einer singulären und subjektiven Bildschrift, die in Österreich keine Parallelen besitzt...“ (Wilfried Skreiner).
„Malerei und Poesie erzählen nicht mehr, sie handeln.“ Hans Staudacher prägte diese zu einem Leitsatz seiner Malerei gewordene Feststellung im Jahr 1960. Es war das Fazit einer kurzen, doch wesentlichen und geist-vollen Reflexion über sein ab 1958 zum Großteil dem Lyrischen Informel und dem Lettrismus entsprechendes Schaffen. Heute zählt Hans Staudacher neben Markus Prachensky und Hermann Nitsch zu den bedeutendsten Künstlern seiner Generation in Österreich.


 



> Galerie Hilger
Christian Schwarzwald, Die Stummen, die Tauben, die Blinden;  <br>Grafik, Collage, 180 x 125 cm, 2005<br>
Christian Schwarzwald, Die Stummen, die Tauben, die Blinden;
Grafik, Collage, 180 x 125 cm, 2005

CHRISTIAN SCHWARZWALD

Der in Berlin lebende, 1971 in Salzburg geborene Künstler ist durch seine aus Malerei, Grafik und Zeichnung bestehenden Wandinstallationen bekannt. Die Ausstellung
„Die Stummen, die Tauben, die Blinden“ fand im November 2005 statt.
Die collagierten und miteinander kombinierten Arbeiten liegen einem von Poesie und Zufall bestimmten, provisorisch scheinenden Konzept zugrunde, das Reproduzierbarkeit, Irritation und Illusionismus vereint. Der Betrachter wird emotional und körperlich in den neuen Erfahrungsraum integriert, in dem skurrile Portraits von Mensch und Tier mit gezimmerten, plakatierten Holzwänden sowie abstrakten Mustern vereint sind.

Die aus zahlreichen Zeichnungen zusammengesetzten, poetischen Wandinstallationen Christian Schwarzwalds zeugen von der Verknüpfung zeitkritischer Inhalte mit gehaltvollen Stimmungsbildern.  Erzählerisch und berührend führt der Künstler in neue Sehdimensionen, die das Gefühl für Zeit und Raum, das Verständnis von Vergangenem und Zukunft sprengen. Spannungsvoll platziert er im Raum seine durch den Einsatz von Schwarz, Rot und Blau intensivierten, kontrastreichen Arbeiten.



> Christian Schwarzwald
Drago Persic, o.T., Öl/Molino, 90 x 160 cm, 2006<br><br>
Drago Persic, o.T., Öl/Molino, 90 x 160 cm, 2006

DRAGO PERSIC

Drago Persic führt uns in eine ausschnitthafte Welt der Stille, Abgehobenheit und Irritation, in eine Welt der Schwarz-Weiß Kontraste, der feinen Grauwerte und sensiblen Zwischentöne.
Persics Malerei in ihrer medial/technisch bestimmten Unterkühltheit und Intellekt-ualität gepaart mit einem Funken von melancholischer Erotik, zeigt Betroffenheit, Unentschlossenheit aber auch die Forderung nach Definition, anderen Möglichkeiten und Ebenen. Wer könnte ich sein? Diese Frage stellt sich in der Ruhe vor dem Sturm. Drago Persic konfrontiert uns mit seiner sehr intensiven und mutigen Form der realistischen Malerei, die auf scheinbar beiläufige Weise Sinnfragen aufwirft und  dabei Extreme und Unvorhergesehenes beinhaltet. Barbara Baum, künstlerische Leiterin Strabag Kunstforum

Persic, 1981 in Banja Luka, Bosnien geboren, seit 2002 Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien überzeugt die Jury des Art Award 2006.



> Galerie EngholmEngelhorn
Robert Muntean, subrosa<br>Öl / Leinwand, 210  x 180 cm, 2006<br>
Robert Muntean, subrosa
Öl / Leinwand, 210 x 180 cm, 2006

ROBERT MUNTEAN

Robert Muntean (1982 geboren in Leoben) isoliert Momente aus ihrem Handlungszusammenhang. Es wird keine Geschichte erzählt, sondern ein Augenblick geschildert, und das Verweilen in diesem. Die menschliche Figur mit ihrer Gefühlswelt steht im Mittelpunkt seiner Malereien. Während des Malvorgangs unterzieht er die Bilder seiner Erinnerung einem Prozess der Reduktion und Abstraktion, sowohl auf formaler als auch semantischer Ebene.Alles unnötige wird weggelassen, was bleibt ist die Essenz des Moments. Katerina Cerny

Robert Muntean studierte von 2000-06 an Akademie der bildenden Künste, Wien in der Klasse Hubert Schmalix.
2005–06 absolvierte er die Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig
2007 erhält er den Strabag Art Award.



> Galerie Gerersdorfer
Franz Ringel, Der Wahrsager, Acryl /Leinwand, <br>56 x 42 cm, 1999<br>
Franz Ringel, Der Wahrsager, Acryl /Leinwand,
56 x 42 cm, 1999

FRANZ RINGEL

Franz RINGEL (geb. 1940 in Graz, Studium an der Kunstgewerbeschule in Graz, Hochschule für angewandte Kunst in Wien, Akademie der bildenden Künste, Wien) nimmt einen festen Platz in der österreichischen Kunstentwicklung seit den 60-er Jahren ein. Archetypische Motive von Leben und Tod, Eros und Leiden bestimmen von Anfang an sein figurativ-expressives Werk. Angst und Bedrohung sind ebenso wie die Konfrontation von Bewusstsein und Unbewusstem beständige Themen seiner psychologisierenden Kunst.
Mag. Birgitta Kager



> Galerie Hilger
Karl Anton Fleck, Genuss mit Schwung, <br>Mischtechnik/Papier, 44,5 x 31cm, 1975<br>
Karl Anton Fleck, Genuss mit Schwung,
Mischtechnik/Papier, 44,5 x 31cm, 1975

KARL ANTON FLECK

Der oft als Außenseiter betrachtete, eigenwillige Künstler Karl Anton FLECK (geb. 1928 in Wien, Ausbildung im graphischen Gewerbe, als Zeichner und Maler Autodidakt, gestorben 1983 in Wien) schuf Porträt-, Akt- und Landschaftszeichnungen. Seine Strichführung ist charakterisiert durch den Gegensatz von klaren, konturschaffenden Umrißlinien und schlaglichtartigen, splittrig-nervösen Schraffuren und Verdichtungen. Aussparungen und Reduktion auf das Wesentliche stehen Verzerrungen und Anhäufungen von Details gegenüber, wodurch die seinen Arbeiten eigene Spannung entsteht.
Mag. Birgitta Kager


Flecks umfangreiches Werk wurde 2005 in einer großen Retrospektive im Wiener Leopold Museum gewürdigt. 

Oliver Dorfer, the pulproject /a tonguekisstale <br>Acrylmalerei auf Acrylplatte, 100x200 cm, 2009<br>
Oliver Dorfer, the pulproject /a tonguekisstale
Acrylmalerei auf Acrylplatte, 100x200 cm, 2009

OLIVER DORFER

Der gebürtige Linzer Oliver Dorfer (1963 geboren in Linz, lebt und arbeitet in Linz) war einer der ersten Künstler, die beim damaligen Bauholding Strabag Kunstförderungspreis prämiert wurden.

In den Bildern Oliver Dorfers bilden Figurationen und abstrakte Zeichensprache eine künstlerische Syntax welche mit chiffrenhaften Elementen kombiniert wird. Fragmente werden in eigenwilligen Zeitabläufen zu Erzählern.

> Oliver Dorfer

 Otto Zitko, o.T, Mischtechnik/Papier<br>60 x 50 cm, 1998<br>
Otto Zitko, o.T, Mischtechnik/Papier
60 x 50 cm, 1998

OTTO ZITKO

Eine Linie, die Otto Zitko (geb. 1959 in Linz)zieht, wenn er malt, setzt die Linie fort, welche der Künstler schon vor langem begonnen hat. Mit dieser Linie ist er ,unterwegs, als einer, der nomadischen Prinzipien folgt, als einer, der in labyrinthischer Vernetzung einen Weg buchstäblich vorzeichnet und ihm nachgeht (respektive vorgeht und ihn nachzeichnet); als einer, der mit raumgreifenden Mal/Zeichen-Gesten ein zweidimensionales Lineament in vorhandene Räume setzt, sie dadurch dynamisiert, entgrenzt und sie um eine ungeahnte Tiefe bereichert, die zeitliche Dimension ahnen lässt. Herbert Lachmayer
Zitko studierte 1977-82 an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien bei P. Weibel und H. Tasquil. Ende der 80er Jahre wendt er sich von der konventionellen Malerei ab und erklärt die Linie zum programmatischen Prinzip. Seither arbeitet er an monumentalen und dennoch kargen Wandmalereien auf dieser Basis.

 



> Otto Zitko
Hermann Josef Painitz, ohne Titel, <br>Acryl/Leinwand, 90 x 130cm, 2006<br>
Hermann Josef Painitz, ohne Titel,
Acryl/Leinwand, 90 x 130cm, 2006

HERMANN JOSEF PAINITZ

Otto Neurath, der Wirtschaftspädagoge des Wiener Kreises versuchte in den 20er Jahren, Größen und Größenordnungen bildhaft umzusetzen. In seinem Werk, das er eine „methodische Kunst“ nennt, erarbeitet Hermann J. Painitz (geb 1938 in Wien)wie Neurath Grundlagen für optische Kodierung und Dekodierung. Für Dinge oder Vorstellungen werden Stellvertreter gesetzt, die als Parameter für ihre Übersetzung, Ordnung und Neukombination dienen. Es geht um Übereinkünfte, Grammatik und allgemeine Regeln, die für Verstehen, Ver- und Entschlüsseln verantwortlich sind. In der Skulptur fertigt Painitz einfache, an den Kanten abgerundete Quader, die als Größenmodule zu-, auf- und ineinander angeordnet werden. In der Malerei, seinem hauptsächlichen Arbeitsfeld, sind es Kreisformen, die zu grafischen Zeichen und geometrischen Gebilden in Beziehung gesetzt werden.

Sonja Gangl, The End, Bleistift auf Papier, 52 x 77 cm, 2004<br><br>
Sonja Gangl, The End, Bleistift auf Papier, 52 x 77 cm, 2004

SONJA GANGL

Sonja Gangl (geb. 1965 in Graz, 1984-1992 Akademie der bildenden Künste, Hochschule für angewandte Kunst Wien, lebt und arbeitet in Wien )arbeitet vorwiegend in den Medien Fotografie, Video und Computer. Sie verbindet diese medialen Ansätze mit den klassischen Medien wie Zeichnung oder Malerei. Die Wechselwirkung zwischen fotografischen und malerischen Strukturen der Bildfindung stellt die Künstlerin nicht nur in ein formales Spannungsfeld, sondern auch in ein inhaltliches. Die inhaltliche Verbindung und Gegenüberstellung von Betrachtung und Voyeurismus, Begehren und Konsum, Sexualität und „Disembodied - Körperlichkeit“ fusioniert sie zu einer höchst aktuellen Erweiterung der malerischen und zeichnerischen Verarbeitung von fotografischem Material.
Dr. Dirk Snauwaert – WIELS, Contemporary Art Center, Brüssel



> Sonja Gangl
Bruno Gironcoli, Entwurf 1972, Mischtechnik/Papier, <br>62 x 90 cm , 1972<br>
Bruno Gironcoli, Entwurf 1972, Mischtechnik/Papier,
62 x 90 cm , 1972

BRUNO GIRONCOLI

In den siebziger Jahren entwickelte die Zeichnung in Gironcolis Oeuvre (geboren 1936 in Villach, lebt und arbeitet in Wien) einen zunehmend eigenständigen Wert. In ihr formuliert Gironcoli Ideen und breitet das Inventar seiner Skulpturen aus: Ähren, Trauben, Wannen, Kämme, Löffel, Teller, Gasventile und -schläuche, engerlingshafte Objekte, Toilettschüsseln, Maschinen- und Möbelteile. Embryonen, Männer, Frauen, Hunde, rumpfförmige, oft gesichtslose Gestalten bevölkern diese Objektwelten.

Genauere Informationen über Bruno Gironcoli finden Sie unter GIRONCOLI-KRISTALL. 

> Gironcoli Museum Herberstein
> Galerie Walker
> Galerie Thoman



> Gironcoli Museum Herberstein
Walter Pichler, Doppelkugel auf dem Platz (Plan)<br>Mischtechnik/Papier, 47x65cm, 2006<br>
Walter Pichler, Doppelkugel auf dem Platz (Plan)
Mischtechnik/Papier, 47x65cm, 2006

WALTER PICHLER

Walter Pichler wurde 1936 in Deutschnofen in Südtirol geboren, wuchs ab 1940 in Telfs in Nordtirol auf und lebt in Wien und Sankt Martin im Burgenland, Österreich. 1955 bis 1959 absolvierte er ein Grafikstudium an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Er verbrachte mehrere Jahre im Ausland, 1959 in Paris, wo er Bildhauerei studierte, sowie 1963 bis 1964 in New York, von wo aus er auch Mexiko bereiste.
Die ersten plastischen Arbeiten Pichlers entstanden 1959, und in den folgenden Jahren entwickelte er architektonische Werke zu Stadtentwürfen und sakralen Bauten. 1972 erwirbt Pichler einen Bauernhof in St. Martin im Südburgenland und arbeitet seither an Um- und Zubauten für seine Skulpturen. Nach zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland hielt er sich lange Zeit vom Ausstellungsbetrieb fern. Seit Anfang der 1990er Jahre stellt er seine Arbeiten, die nach dem Bruch Anfang der 1970er Jahre wieder an die Zeit vor den "Prototypen" anschließen, wieder regelmäßig aus.

Helmut Ditsch, The Last Day,  Acryl, Öl/Leinwand<br>150 x 900 cm, 2001<br>
Helmut Ditsch, The Last Day, Acryl, Öl/Leinwand
150 x 900 cm, 2001

HELMUT DITSCH

In seinen hyperrealistischen Ansichten extremer Landschaften vertritt Helmut Ditsch(geb.1962 Buenos Aires), Absolvent der Wiener Akademie, eine herausragende Position der Gegenwartsmalerei. Der Extrembergsteiger, der in Alleingängen Gletscher und Wüstenregionen durchquert hat, transponiert seine spirituelle Erfahrung als Alpinist in das Medium der Malerei. In einem minutiösen Arbeitsprozeß entstehen großformatige Bilder in atemraubender Präsenz. Neben zahlreichen internationalen Ausstellungen und seiner Präsentation in der Österreichischen Galerie im Jahr 2002 wurden zuletzt drei seiner Hauptwerke in der Kunsthalle in Krems gezeigt.

 



> Helmut Ditsch
Jan Serych, Part 2, Acryl/Leinwand, 100x140cm, 2009<br><br>
Jan Serych, Part 2, Acryl/Leinwand, 100x140cm, 2009

JAN SERYCH

Der in Prag (1972) geborene tschechische Künstler Jan Serych sowie vier seiner Kollegen aus der Slowakei, Ungarn und Österreich haben sich beim Strabag Artaward International 2009 gegen 730 andere junge Künstler durchgesetzt.
Serychs konzeptuelle Welt ist anspruchsvoll, fordert dazu heraus, die Hintergründe der reduzierten Bild und Formensprache gedanklich zu reflektieren. Die formale abstrakte Sprache, die auf die geometrischen Tendenzen in der Malerei und in der Typografie verweist, wird in seinen Arbeiten zitiert. Die von der Geschichte bewertete konstruktivistische Ästhetik verwandelt sich in den Arbeiten von Serých in entleerte Zeichen. Regelmäßige geometrische oder typografische Formen werden als polyfunktionale Oberflächen enttarnt, die für die Wiederverwendung oder obsessive Beobachtungen bestimmt sind. Serých stimuliert und ironisiert die Eigenständigkeit der Anordnung und Ästhetik und erschafft private Systeme von organisierter Distanz.



> Galerie Hunt Kastner
Peter Kogler, o.T.m, Siebdruck/Leinwand, 2007<br><br>
Peter Kogler, o.T.m, Siebdruck/Leinwand, 2007

PETER KOGLER

Peter Koglers (1979 in Innsbruck, Studium an derAkademie der Bildenden Künste, Wien) medien-, raum- und architekturbezogenen Arbeiten bestimmen das internationale Kunstgeschehen maßgeblich mit. Beiträge für Großausstellungen wie der Venedig Biennale (1986) sowie die Teilnahmen an der documenta IX und X in Kassel (1992,1997) brachten ihm weltweit hohes Renommée ein. Koglers Grafiken und Installationen verweisen auf die Mediatisierung und Technologisierung der Gesellschaft mit ihren Potentialen und Fallen.



> Peter Kogler
Clemens Wolf, Springstreet Brooklyn New York<br>Öl, Tusche/Leinwand, 160 x 210 cm, 2007<br>
Clemens Wolf, Springstreet Brooklyn New York
Öl, Tusche/Leinwand, 160 x 210 cm, 2007

CLEMENS WOLF

Der Künstler (geb. 1981) lebt und arbeitet nachdem Studium in Linz in Wien. Zahlreiche Auslandaufenthalte und Ausstellungen folgten. 2009 wurde Clemens wolf mit dem Anerkennungspreis des Strabag Artaward International ausgezeichneten.
Die großen in schwarz-weiß gehaltenen Leinwände des 1981 geborenen Künstlers, der aus der Street Art kommt, zeigen verfallene Wohnblocks hinter Bauzäunen oder halb demolierte Industrieruinen in Stencil-Technik (Schablonen Graffiti). Spannend werden diese Arbeiten allerdings erst durch die mehrfachen Brechungen, die ihren Ursprung in der Graffiti-Szene und deren Kontrast zur „Hochkunst“ thematisieren. Hier werden nicht die leeren Betonwände der verlassenen Gebäude in den Suburbs besprayt, sondern diese Landschaften in denen normalerweise Street-Art zu finden ist auf Leinwänden in entsprechender Technik gezeigt. Diese Umkehrung des Verhältnisses von Trägermedium und Motiv findet wiederum in der Verwendung der auf Leinwand geklebten Schablonen ihre logische Fortsetzung. Wolfgang Pichler



> Clemens Wolf
Peter Sandbichler, o.T., 2009<br><br>
Peter Sandbichler, o.T., 2009

PETER SANDBICHLER

Peter Sandbichler, 1964 in Kufstein geboren, oszilliert in seinen Skulpturen zwischen Fläche und Dreidimensionalität, zwischen Bild und Skulptur. Dem Studium bei Prof. Bruno Gironcoli an der Akademie der bildenen Künste, Wien folgte ein Studienjahr in Frankfurt bei Prof. Peter Weibl. Zahlreiche Projekte zeigt der Künstler bei internationalen Messen und bedeutenden Museen im In- und Ausland.



> Peter Sandbichler > Galerie Grita Insam
Jan Vasilko, Statuen in den Bergen, Version5<br>Acryl/Leinwand, 180 x 250 cm, 2009<br>
Jan Vasilko, Statuen in den Bergen, Version5
Acryl/Leinwand, 180 x 250 cm, 2009

JAN VASILKO

Jan Vasilko wurde 1979 (SK) geboren ist der Preisträger des Strabag Artaward International der 2009 erstmals vergeben wurde. Er war ebenso Gewinner des Oskar Èepan Preises 2005, welcher den prestigeträchtigsten Preis für junge slowakische Künstler darstellt. Er gehört der jungen aufstrebenden Künstlergeneration aus Košice an und zeigte bereits Werke im Palais Palffy (Nationalgalerie, Bratislava) der City Gallery Prague und war an der Ausstellung „Contemporary Slovak Painting at Wannieck Gallery" in Brünn beteiligt.
Anders als viele seiner Kollegen konzentriert er sich systematisch auf das Medium Farbe; gedanklich setzt er sich mit sozialen (Gründung der Eisen-Partei mit Peter Králik) und historischen Verbindungen auseinander. Inspiration dafür sind die Avantgarde der Zwischenkriegszeit und der Dadaismus kombiniert mit romantisch-humoristischem, utopischem malerischen Ausdruck. Seine Werke erinnern mit ihren geometrischen Formen oft an Plakatkunst und an eine gewisse Tradition im Sinne des Russischen Konstruktivismus. Er lässt ein deutliches Interesse für Apparate, Maschinen und Werkzeuge erkennen.



> Jan Vasilko
Georg Salner, typo.log 36 EXP,<br>Öl auf Leinwand, 180x130cm<br>
Georg Salner, typo.log 36 EXP,
Öl auf Leinwand, 180x130cm

GEORG SALNER

Georg Salner, 1958 in Galltür geboren studierte an der Akademie der bildenden Künste, Wien. Zahlreiche Reisen führten zu Fotoprojekten und eigenständigen Reflexionen auf scheinbar nebensächliche Gegenstände unserer Umgebung.
Dieses Werk stammt aus der 36 umfassenden, in zwei Jahren erarbeiteten Reihe „typo.log 36 EXP“. Diese erscheinen wie unaufdringliche, aber großzügige Botschaften, deren Grandezza nicht nur durch eine durchgehend warme Farbigkeit, sondern auch durch das augenzwinkernde Geheimnis ihres Inhalts hergestellt wird. Der sorgfältig erarbeiteten materiellen Präsenz auf der gesamten Oberfläche  der 180x130 großen Tafeln entspricht die subtil gesättigte Farbgebung.
Das in den Bildern Gezeigte entstand aufgrund von Kompositionszeichnungen, in denen Georg Salner sich graphischer Randerscheinungsgestaltung bediente und Strichcodes, Tastaturgraphen, Logos, Buchstaben und Kartographien verwertete. Ihre designte Ausstrahlung erinnert an vieles, aber nichts Spezielles.



> Georg Salner
Moussa Kone, en pointe,<br>Tusche auf Papier, 31 x 25 cm, 2010<br>
Moussa Kone, en pointe,
Tusche auf Papier, 31 x 25 cm, 2010

MOUSSA KONE

Der 1978 in Österreich geborene Künstler studierte an der Univeristiät für angewandte Kunst, Wien. Zahlreich ausstellungen im In- und Ausland folgten nach seinem Diplom 2003. Vertreten wird der Künstler durch die Galerie Charim Wien/Berlin. 2009 wurde Moussa Kone im Rahmen des Strabag Artaward Internatiomnal ein Annerkennungspreis vergeben.
Die Arbeit aus der neuesten Bildreihe "en pointe" zeigt in kleinen, beinahe konstruktivistisch anmutende Tuschezeichnungen, gesichtslosen BalletttänzerInnen als zentrales Gestaltungselement. Diese Arbeiten folgen den bisher oft mehrteiligen großformatigen Zeichnungen und Installationen. Präzise und klar, fokussiert und frei in der Ausführung und Thematik eröffnet sich das schier unendliche Oeuvre des 1978 geborenen Zeichners. Und trotz ihrer ungemeinen Ideenvielfalt und überbordenden Phantasie vermitteln diese Bilder niemals von einer anderen Welt zu sein. Vielmehr scheinen sie so etwas wie ein Zerrspiegel unseres alltäglichen (realen) Lebens zu sein, ohne ins karikaturistische oder illustrierende abzugleiten. Sie erzählen nicht und dennoch sprechen sie zu uns, sie fesseln zwar aber verlieren wird man sich kaum darin, halten sie doch stets gekonnt, eben so wie eine virtuose Tänzerin, das Gleichgewicht zwischen Identifikation und kritischer Distanz.



> Moussa Kone
Suse Krawagna, o.T. ( Paris),<br>Acryl/Leinwand, 162 x 114 cm, 2007<br>
Suse Krawagna, o.T. ( Paris),
Acryl/Leinwand, 162 x 114 cm, 2007

SUSE KRAWAGNA

Von der Kärntnerin Suse Krawagna, die wie viele österreichische Künstler in Wien lebt und arbeitet, konnte das Strabag Kunstforum ,seit ihrer Prämierung beim Strabag Artaward 2000, schon einige Werke ankaufen. Suse Krawagna wurde 1964 in Klagenfurt geboren, sie studierte von 1983 bis 1988 an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Prof. Arnulf Rainer; 1988 – 90 verbrachte sie einen Studienaufenthalt in London am Royal College of Art. 1999 erhielt Sie den Salzburger Faistauerpreis und ist seither an zahlreichen Ausstellungen beteiligt.
Sie malt im herkömmlichen Sinn Bilder, die ewas zeigen, was sie zeigen, sind nichts als zeichnierische Formen, die einen Abstraktionsprozess suggerieren, weil sie manschmal etwas ähnlich sind, und die eine Zeichenhaftigkeit votäuschen, weil sie manchmal etwas bedeuten könnten. Zwischen diesen Möglichkeiten öffnet die stillen Bilder der Suse Krawagna ihren Betrachter ein weites Feld der Anschauung und offenbaren eine Tiefe die man in der Malerei heute schon gar nicht mehr zutraut. Peter Zawrel

Deborah Sengl, o.T. (Biberbaustelle) <br>Acryl /Leinwand,120x150 cm, 2009<br>
Deborah Sengl, o.T. (Biberbaustelle)
Acryl /Leinwand,120x150 cm, 2009

DEBORAH SENGL

Deborah Sengl (geb. 1974) studierte an der Hochschule für angewandte Kunst Malerei bei Christian Ludwig Attersee. Anfangs studierte sie zusätzlich Biologie, ihr Interesse galt dabei vor allem der Gentechnik. 2006 wurde ihre Arbeit beim Strabag Artaward mit einer Anerkennung ausgezeichnet.
Die Künstlerin zeigt in ihren Malereien, Zeichnungen und Skulpturen aus Tierpräparaten Zwitterwesen: Menschliche Körper, denen Tierköpfe aufgesetzt sind; Tiere, die sich als ihre Beute tarnen, oder auch als ihre Jäger; Frauenfiguren, deren Körper mit Mode-Logos bedeckt sind; maskierte Gesichter. Die mannigfalten Variationen der Täuschung, die die Natur – meist zum Selbstschutz – bereithält, werden in ihren Arbeiten leicht verrückt, Vorstellungen von Hierarchien, Machtverhältnissen, Opfer-Täter-Beziehungen dadurch irritiert. Es geht um den Kampf ums Dasein, der auch das Vorgeben-Müssen, um bestehen zu können, impliziert.



> Deborah Sengl
Josef Mikl, Bananenblüte, Öl/Leinwand,<br>80 x 80 cm, 2007<br>
Josef Mikl, Bananenblüte, Öl/Leinwand,
80 x 80 cm, 2007

JOSEF MIKL

Der österreichische Maler Josef Mikl, geb. 1929 in Wien, gehört zu jener Künstlergeneration, die in den 50er Jahren für die Entwicklung der abstrakten Malerei in Österreich verantwortlich war. Mikl gründete 1956, nach einem abgeschlossenen Studium an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt und an der Akademie der bildenden Künste in Wien, gemeinsam mit Hollegha, Prachensky und Rainer die Gruppe Galerie St. Stephan. Das bestimmende Thema in Mikls Oeuvre ist, nach des Künstlers eigenen Worten, immer der Körper; das darüber gelegte Form- und Farbspiel ist die künstlerische Durchführung. Unter diesem Spiel tritt der Körper kaum mehr in Erscheinung. Der Gegenstand kann im fertigen Bild bis zur Unkenntlichkeit zurücktreten, auf ihn verweist oft nur mehr der Bildtitel. Zehn Jahre nach der Gründung der Gruppe Galerie St. Stephan vertrat Josef Mikl Österreich auf der Biennale in Venedig und es folgten weitere große Ausstellungen, die sein Werk würdigten. 1969 wurde Mikl an die Akademie der bildenden Künste berufen; er übernahm zunächst die Meisterschule für Malerei und 1972 die Meisterschule für Naturstudien. Von herausragender Bedeutung sind Mikls großformatige Arbeiten, so zum Beispiel das große Deckenbild (404 qm) und 22 Wandbilder (214 qm) für den Redoutensaal in der Wiener Hofburg.

Anselm Glück, von der wiederkehr meiner stärken<br>Acryl/Holz, 2007<br>
Anselm Glück, von der wiederkehr meiner stärken
Acryl/Holz, 2007

ANSELM GLÜCK

Anselm Glück, 1950 in Linz geboren, ist seit 1978 als Maler, Schriftsteller und Grafiker in Wien tätig. Der früher als schwieriger Außenseiter gehandelte Künstler eroberte in den letzten Jahren den österreichischen Kunstmarkt. Seine ersten Museumsausstellungen fanden in der Neuen Galerie der Stadt Linz statt. In seinen Bücher und einzigartigen Performances spiegeln sich Absurdität, Doppeldeutigkeit und existentielle Fragen in witzig-ironischen Wortspielen wieder.
Die Strabag Art Collection beinhaltet dreißig Werke aus allen Perioden seines Schaffens. Glücks Werke zeigen das menschliche Universum in einer einzigartigen, poetischen Bildsprache. Bunte Köpfe, Linien und Figurenfragmente erscheinen spielerisch-schwebend wie in einem Welttheater auf dem monochromen Bildhintergrund. Leichtigkeit, Empfindungen wie Lebenslust, aber auch Tristesse und Melancholie sind auf die schwere Jugendzeit des Künstlers und die Bewältigung derselben zurückzuführen. In der Polier altdeutscher Kästen und in Wasserlacken sah Glück in seiner Kindheit bereits jene Köpfe, die er bis heute malt.
„Die Gesichter, die uns anblicken und erblicken, sind ferne Echos aus Seelenräumen der Einsamkeit und gleichzeitig auch Weltfülle, aus Verzweiflung und Weltdrang, es sind Empfindungen, Blessuren, Schmerzen aufnehmende Behälter. Hier können wir neue Blicke auf seine Malerei entwickeln, insofern er uns immer Wieder in den Zustand einer Kindheit  versetzt mit jenen Glücksmomenten, die dadurch entstehen können, weil sie uns zeitlos werden lassen.“ Andreas Amrhein, Anselm Glück - Der Künstler als Genetiker




> Galerie Kovacek-Zetter